Michaels Ohrenseite - Erfahrungsberichte

Bericht von Marina Grebe

Michaels Ohrenseite

 

Schritte mit CI – von Marina Grebe

Übung macht den Meister


In den vier Wochen, die ich nach der Erstanpassung zu Hause war, habe ich viel geübt:

Zwei mal pro Woche gehe ich auch zu einer Logopädin zum Hörtraining.

Ich habe Verschiedenes ausprobiert, z. B. das TV-Kabel an unser elektrisches Klavier angeschlossen. Ich wollte testen, wie das klingt. Also, die Töne kann ich schlecht unterscheiden... Ganz hoch und ganz tief kann ich schon erkennen, aber kleine „Zwischenstufen“ noch nicht. Ich nehme mir vor, ab und zu Klavier zu spielen, auch wenn es nicht so klingt wie es soll. Den Klang der Noten habe ich im Kopf. Vielleicht gleicht sich das irgendwann etwas an. Meine MicroLink-Anlage kann ich auch mit CI kombinieren. Damit habe ich viele Möglichkeiten.

Weitere Hör-Erlebnisse

Mit dem CI habe ich immer wieder mal ein schönes Hör-Erlebnis, worüber ich mich freue.

Zweite Hörtrainingswoche in Hannover Ende November

Von dieser Woche konnte ich gut „profitieren“, weil sich in der Zwischenzeit zu Hause etwas getan hat! Am Anfang hätte mir eine zweite Hörtrainingswoche wohl nichts gebracht.
Die Pädagogin in Hannover war erstaunt, wie gut es schon klappt. Wir haben verschiedene Übungen wiederholt und dann neue Dinge gemacht - auch schon ganze Texte (langsam gesprochen). Da konn-te ich schon recht gut ohne Absehen verstehen. Es wurde immer ausgewertet, wie viel ich verstanden habe. Schwarz auf weiß konnte ich also mit verfolgen, dass es jeden Tag etwas besser wurde! Ich sage mal: Viele kleine Schritte ergeben einen großen Schritt.

Es wurden wieder viele Messungen und Hörtests durchgeführt. Auch hier hat sich gezeigt, dass ich in allem das Hörgerät schon bei weitem übertroffen habe. Manches ist schon echt gut, insgesamt auf jeden Fall besser als vor der OP. Darüber freue ich mich! (Zum Vergleich: Kurz nach der Anpassung war das CI eher ein „Klotz am Bein“ durch das Gepiepe…)

Auch wenn das Üben manchmal sehr mühsam ist: Es lohnt sich! Und ich will weitermachen, damit es noch besser wird! Ich hoffe, dass es mit telefonieren irgendwann klappt. Mit Telefontraining habe ich auch in Hannover angefangen und die Pädagogin meint, dass ich das schaffen kann.

Inzwischen ziehe ich teilweise mein Hörgerät auf der anderen Seite wieder auf. Es ist mir wichtig, von beiden Seiten Höreindrücke zu bekommen. CI und Hörgerät klingen unterschiedlich, aber es ergibt sich insgesamt ein vollerer Klang: Mit dem CI kommen die hohen Töne besser rüber, und mit Hörgerät die tiefen Töne. 

Was mich unheimlich stört, ist, dass viele Leute so schnell sprechen. Daher habe ich mit dem CI im Alltag noch Probleme. Bei dem Tempo komme ich noch nicht mit… Bei langsamer Sprechweise kann ich schon recht gut verstehen. Aber sobald es schneller wird, geht das Verstehen rapide zurück… Ebenso ist es im Störschall. Ich denke, dass ich noch Übung brauche.

Auf, dass es noch viele Fortsetzungen geben wird!

Marina Grebe
Lichtenfels (Hessen), 12. Dezember 2004

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Stand: 18.12.2004