Michaels Ohrenseite - Erfahrungsberichte

Bericht von Christina Weigoldt

Michaels Ohrenseite

 

Mein Lebenslauf und das Hören mit CI

Von Christina Weigoldt

Ich heiße Christina Weigoldt und ich bin 18.10.1991 in Diez geboren. Ich bin seit meiner Geburt schwerhörig. Meine Mutter hat, bis ich zwei Jahre alt war, nicht gewusst, dass ich nicht hören kann. Als ich zwei Jahre alt wurde, ist sie mit mir zusammen zum Arzt gegangen. Er hat mir einen Hörtest gemacht und mit der Hand klatschend geprüft, ob ich wirklich hören kann und ich habe gar nicht gehört.

Dann sind meine Eltern einen Tag später nach Frankfurt an die Uniklinik gefahren und dort haben wir viele Informationen bekommen. Meine Eltern kannten das nicht gut, wussten nicht was das zu bedeuten hat. Da gibt es CI und Hörgeräte... meine Mutter mochte nicht, dass ich mal ein CI bekomme... sie hatte Angst vor der Operation... sie wollte mal abwarten… vielleicht kommt später etwas Neues...

Ich habe erst mal zwei Hörgeräte bekommen. Mit drei Jahre bin ich in einen normalen Kindergarten gegangen und da waren nur hörende Kindern... nur ich allein war hörbehindert. Ich bin nur ein Jahr geblieben. Meine Mutter hatte damals eine Idee gehabt... ob ich nicht besser in den Kindergarten für Hörgeschädigte gehen kann, dass das besser für mich ist…

Wir sind dann nach Neuwied gefahren und dann nach Bad Camberg. Neuwied ist ein bisschen weiter weg von mir hause als Bad Camberg. Dort bin ich dann zwei Jahre im Kindergarten geblieben, also im Alter von 4 bis 6 Jahren. Dann bin ich in die Schule gegangen, ebenfalls in Bad Camberg. Die Schule heißt Freiherr-von-Schütz-Schule und ist eine Schule für Hörbehinderte und Gehörlose.

Ich war zufrieden dort und bin es jetzt noch. Mit 14 Jahren in den Sommerferien konnte ich auf einmal nicht mehr hören (auf beiden Ohren). Ich habe meine Hörgerätebatterien neu ein-gesetzt, aber es hat wieder nicht geklappt und konnte gar nicht mehr hören und habe mir große Sorgen gemacht.

Dann bin ich zu einem normalen HNO-Arzt gegangen in Diez... der Arzt sagte, dass ich noch hören könne… ich aber sagte, dass das nicht stimmt. Ich kann ehrlich nicht mehr hören... ich höre meine Stimmer gar nicht und auch keine Geräusche mehr. Ich habe meiner Mutter eine SMS geschrieben, dass sie mit mir nach Frankfurt an die Uniklinik fahren soll, um diese aufzusuchen. Dort wurde uns gesagt, dass ich nicht mehr hören kann... Alles was ich sagte hat gestimmt. An der Uni sagte man uns auch, dass ich Hörsturz habe und ich sollte 10 Tagen im Krankenhaus bleiben mit Infusionen und Medikamente zum Einnehmen.

Ich habe jeden Tag gehofft, dass ich endlich wieder hören kann. In den 10 Tagen hat aber leider nichts geholfen. Dann sind wir wieder nach Hause gefahren... ich war so traurig gewesen, dass ich nicht mehr hören kann. Meine Mutter hat mich gefragt, ob ich mal an eine CI- Operation gedacht habe.

Ich habe ihr gesagt, dass ich große Angst habe und nicht wüsste, was da genau passiert. Meine Mutter erklärte es mir, es ist besser, wenn du es machst und dass ich dann ggf. wieder hören könne. Dann habe ich viel viel viel überlegt ob ich mich operieren lasse. Nach fünf Tagen habe ich meiner Mama fest gesagt, dass ich CI will. Sie schrieb eine Nachricht an Frau Dr. Silke Helbig, wann sie Zeit hätte und wann sie mich operieren kann.

Am 18.08.2005 ist der Termin für meine CI-Operation. Am 17.08.2005 sind wir nach Frankfurt zur Uniklinik gefahren und die Ärzte haben mein Kopf gefilmt und mein Blut untersucht. Ich habe viel Angst gehabt, war aufgeregt und habe viel gezittert. Meine Mutter hat gesagt, dass bestimmt alles gut wird und sie für mich da ist, dass sie morgen ganz fest die Daumen drücken wird.

Am 18.08.2005 morgens stand ich um halb sieben auf... die Krankenschwester sagte mir, dass ich nicht frühstücken darf. Später bekam ich Schutzkleidung für die OP und dann kam die Krankenschwester, damit ich noch Medikamente zum Einschlafen einnehmen soll... die Krankenschwestern fahren mein Bett zum Operationssaal, ich ging da rein und hatte voll Angst... dann lag ich und viele Ärzte sind im Raum, alle haben Schutzkleidung an und sie geben mir dort eine Spritze und ich bin gleich eingeschlafen... es hat vier Stunden lang gedauert.

Nach der Operation ging es mir gut und ich habe keine Schmerzen bekommen. Aber ich hatte großen Hunger gehabt. :-) Die Krankenschwester sagte mir, dass ich eine Stunde noch aushalten muss... dann kann ich essen.

Am 22.08.05 durfte ich wieder nach hause gehen, aber ich musste noch den Verband am Kopf behalten. Fünf Wochen später am 27.09.05 war die erste CI-Anpassung... hat SUPER geklappt und meine Familie hat sich sehr gefreut, das ich endlich wieder hören kann.

Das CI hört sich viel besser an als die Hörgeräte. Jeden Tag hörte ich besser. Mein CI heißt Cochear Nucleus Freedom. Es hat drei Programme, man kann damit auch mit Telefon, Fernsehen, MP3 und die Höranlage benutzen.

Ich gehe manchmal in die REHA in Friedberg… dort üben die Kindern und Jugendlichen, die auch ein CI bekommen haben. Dort hat man viel Spaß und die Frau Kraft (Schwaninger) übt viel mit mir und es wird immer besser... mal gucken, ob ich mir mal zweites CI machen lasse.
Ich bin schwer am überlegen.

Christina Weigoldt
März 2008

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Stand: 08.06.2008